Politik zum Anfassen: Die Klassen 3 bauen ihre Traumstadt

Im Sachunterricht beschäftigten sich die dritten Klassen in den vergangenen Wochen intensiv mit ihrer Heimatstadt und den Aufgaben einer Gemeinde. Ausgehend von einer anschaulichen Geschichte rund um eine kleine Mäusegemeinde wurde schnell klar: Damit das Zusammenleben funktioniert, braucht es Regeln, Zuständigkeiten und eine funktionierende Organisation. Begriffe wie Bürgermeister und Gemeinderat wurden gemeinsam erarbeitet und mit Leben gefüllt.

Schnell kam bei den Kindern die Frage auf: Wie bezahlt die Gemeinde eigentlich all das, was sie leisten muss? Angesichts der aktuell angespannten Haushaltslage der Stadt Baden-Baden entwickelte sich eine lebhafte Diskussion – mit vielen kreativen Vorschlägen zur Verbesserung der finanziellen Situation. Die Kinder zeigten dabei großes Interesse und ein bemerkenswertes politisches Gespür.

Ein besonderes Highlight war der Besuch der Landeszentrale für politische Bildung am Montag, den 26. Mai. In einem spannenden Workshop unter dem Motto „Meine Traumstadt“ schlüpften die Kinder selbst in die Rolle von Stadtplanerinnen und Stadtplanern. In kleinen Gruppen entwarfen sie ihre ganz persönliche Traumstadt – mit allem, was ihnen wichtig ist. Doch es gab eine wichtige Vorgabe: Auch in der Traumstadt müssen die Pflichtaufgaben der Gemeinde erfüllt und der Haushalt im Gleichgewicht gehalten werden. So mussten die Kinder abwägen, planen, diskutieren und Kompromisse eingehen – ganz wie in der echten Kommunalpolitik.

Am Ende des Tages präsentierten die Gruppen stolz ihre kreativen Stadtmodelle und tauschten sich darüber aus, welche Elemente ihrer Traumstadt sie sich auch für ihre eigene Heimatstadt wünschen würden. Der Workshop sorgte nicht nur für Begeisterung, sondern leistete auch einen wertvollen Beitrag zum politischen Verständnis der Kinder.

Fazit: Politik ist keineswegs langweilig – besonders dann nicht, wenn man selbst mitgestalten darf!

Laura Fischer